Oldtimertrecker Historische Landmaschinen im Wandel

Lebenslauf des Stufenlosgetriebes

Valmet_565

Der hydrostatische Kriechgang wurde 1966 mit dem Valmet 565 vorgestellt.

Während man sich in den ersten 50 Jahren der Traktorenentwicklung auf die Entwicklung von Motoren konzentrierte, waren es in den folgenden 50 Jahren die Getriebe, auf denen das Hauptaugenmerk lag. Eine der daraus entstandenen Techniken ist das stufenlose oder „countinuously variable transmission“, also das durchgängig variable Getriebe, kurz CVT. CVTGetriebe zeichnen sich bei passendem
Einsatz durch Benutzerfreundlichkeit, Effizienz und Flexibilität aus. Das Kürzel CVT kann man auch noch auf PSCVT erweitern, das bedeutet “power split continuously variable transmission”, also leistungsverzweigtes Stufenlosgetriebe. Alle landwirtschaftlichen Traktoren arbeiten heutzutage nach dem Prinzip der Leistungsverzweigung von mechanischer und hydrostatischer Kraftübertragung.
Die früheren Valmet-Traktoren fuhren traditionell mit mechanischen Getrieben, so wie alle Traktorenhersteller, aber man fing auch früh an, hydrostatische Komponenten zu verbauen.
Der Valmet 565 aus dem Jahre 1966 konnte mit einem Kriechgang ausgestattet werden. Wenn dieser Kriechgang genutzt wurde, griff ein Hydraulikmotor mit ins Getriebe ein und erlaubte es, die Geschwindigkeit zwischen 0 und 3 km/h stufenlos einzustellen.

Valmet-H800

Der Valmet H800 fuhr mit einem rein hydrostatischem Getriebe und hatte auch für keine andere Funktion ein mechanisches Getriebe.

Das nächste Stufenlosgetriebe kam mit dem Valmet H800, welcher mit einem rein hydrostatischen Getriebe ausgestattet war. Jedes einzelne Rad hatte einen Radnabenmotor aus Radialkolben und einer Verstellpumpe. Die Differenzialsperre bestand aus Ventilen, die die gleiche Menge an Öl zu jedem Rad leiteten. Die Heckzapfwelle wurde ebenfalls durch einen Hydraulikmotor angetrieben, so dass der Traktor überhaupt kein festes mechanisches Getriebe hatte. Der Fahrer konnte die Geschwindigkeit durch einen Hebel oder ein Pedal verändern. Der Valmet H800 war also der erste Traktor, der kein „Gaspedal“ sondern ein „Fahrpedal“ hatte. Valtra’s Erfahrung mit hydrostatischen Getrieben reicht also ein halbes Jahrhundert zurück. Das Direct- Getriebe, welches 2008 vorgestellt wurde, nutzt hydrostatische und mechanische Getriebeeinheiten auf der gleichen Welle. Dieses Valtraeigene Getriebe hat die Eigenschaft von optimaler Leistung und Robustheit bei allen Aufgaben.

Text: Timo Teinilä
Quelle: www.valtra.de

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